
Ich nehme es mir jedes Jahr vor. Sobald die sogenannte Fastenzeit anfängt, will ich meinem Körper etwas Gutes tun und den Körper entgiften. Mir geht es da wenig um Gewichtsreduktion, sondern es liegt mir mehr daran, dass der Körper „entgiftet“ wird.
Zuerst muss Basenpulver her – eine sogenannte Basentrink- und badekur und das ganze 3 Wochen lang. Igitt, an das Zeug gewöhne ich mich nicht. Dazu täglich 1 – 2 Liter angesetzten Tee mit Birken, Brennessel- und irgendwelchen anderen Blättern, viel Wasser und die obligatorischen 3 Tage pro Woche nur mit Gemüsesuppen bzw. Obstsäften. Auch nicht mächtig, aber Schönheit und Gesundheit kommen ja nicht ganz von alleine.
Und weil man gerade dabei ist, radikal zu sein, buche ich gleich ein paar zusätzliche Termine beim Powerplaten und statt am Wochenende zu entspannen, stelle ich mir für 6.00 Uhr in der Früh den Wecker, um ein wenig an der frischen Luft zu laufen, ähm nach drei Metern zu keuchen. Bewußt so zeitig in der Früh, damit mich keiner sieht, wie ich mich wie eine Dampfwalze vorwärts bewege.
Nach einem wirklich harten Wochenende – ich habe am Samstag damit begonnen - geht mir jetzt am 3. Tag schon die Kraft aus. Mit einigem Eckel habe ich das Basengesöff runtergewürgt und den Geschmack mit dem noch ekelhafteren Teeansatz runtergespült. Danach bin ich mal nicht gleich ins Büro, sondern ins Studio gefahren und das ohne Kaffee, denn der ist die nächsten 3 Wochen ebenso gestrichen, wie jegliche Art von ungesunden Kohlehydraten.
Rauf auf die Plate und los. Gedreht hat es mich bei jeder Gleichgewichtsübung und nach den 15 intensiven Trainigungsminuten bin ich einfach am Boden liegen geblieben. Die Mädels waren lieb und haben mich mit Wasser und einem Eiweißshake erstversorgt. Ganz routiniert. Ich dürfte nicht das erste „Opfer“ sein.
Unter der Dusche ist es mir dann schon ein wenig besser gegangen und den gröbsten Unterzucker habe ich dann auch noch mit einem Apfel und einer Banane abgefedert. Also rein ins Auto und ab nach Wien. Stolz – trotz einer kleinen Schwäche durchgehalten zu haben. Hinten im Kofferraum eine Tupperdose mit leckerer selbstgekochter Krautsuppe. Besser als gar nichts und zu Hause stehen noch mindestens zwei Liter im Kühlschrank rum.
Und wisst ihr, was in einer solchen Phase passiert? Es werden nicht nur die Geschmacksnerven strapaziert, sondern auch der Geruchssinn. Muss gerade auf Höhe des ersten goldenen Ms in Richtung Wien ein Stau sein? Ich rieche durch die geschlossenen Autofenster Pommes und Burger, sehe vor meinen Augen mein Lieblingsessen – Shrimps mit Chilisauce – und habe ganz einfach den Geschmack im Mund und das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten, ohne in solch ein schwammiges Teil rein beißen zu müssen.
Ich sehe die gesamte Palette an M-Produkten vor meinem inneren Auge und weiß schlagartig, wie lecker was schmeckt, natürlich angereichert mit Lockstoffen. Ich bin schon vom Kaffeeentzug geschwächt, aber trotzdessen dass ich eigentlich eine Aversion gegen die Systemgastronomie habe, fühle ich mich wie ein Junkie und ein innerer Drang sagt mir, dass ich beim nächsten goldenen M stehen bleiben muss.
Zum Glück hat sich der Stau bald aufgelöst und bei der nächten Versuchung bin ich flott vorbeigefahren. Jetzt gönne ich mir dann mein herrliches Supperl gewürzt mit Chili und Ingwer und am Nachmittag mache mit einen schwarzen Tee, damit meine Nerven auch etwas haben und ich hoffe, dass ich am Nachhauseweg auch so stark bin und mir nicht doch noch beim Schachtelwirt etwas hole.
Ich weiß auch nicht, warum das so ist, dass sich bei mir an Entschlackungstagen alles in meinem Gehirn um das Thema „Essen“ dreht. Ich hätte ja genug Fettreserven, aber irgendwas dürfte mit meinen Nerven da etwas nicht in Ordnung sein. Jetzt höre ich aber auf, denn ich rieche schon wieder das verbotene Zeug ….
…und das Bildchen habe ich auf br.de gefunden……..