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Montag, 27.02.2012, 11:56

Ich nehme es mir jedes Jahr vor. Sobald die sogenannte Fastenzeit anfängt, will ich meinem Körper etwas Gutes tun und den Körper entgiften. Mir geht es da wenig um Gewichtsreduktion, sondern es liegt mir mehr daran, dass der Körper „entgiftet“ wird.

Zuerst muss Basenpulver her – eine sogenannte Basentrink- und badekur und das ganze 3 Wochen lang. Igitt, an das Zeug gewöhne ich mich nicht. Dazu täglich 1 – 2 Liter angesetzten Tee mit Birken, Brennessel- und irgendwelchen anderen Blättern, viel Wasser und die obligatorischen 3 Tage pro Woche nur mit Gemüsesuppen bzw. Obstsäften. Auch nicht mächtig, aber Schönheit und Gesundheit kommen ja nicht ganz von alleine.

Und weil man gerade dabei ist, radikal zu sein, buche ich gleich ein paar zusätzliche Termine beim Powerplaten und statt am Wochenende zu entspannen, stelle ich mir für 6.00 Uhr in der Früh den Wecker, um ein wenig an der frischen Luft zu laufen, ähm nach drei Metern zu keuchen. Bewußt so zeitig in der Früh, damit mich keiner sieht, wie ich mich wie eine Dampfwalze vorwärts bewege.

Nach einem wirklich harten Wochenende – ich habe am Samstag damit begonnen - geht mir jetzt am 3. Tag schon die Kraft aus. Mit einigem Eckel habe ich das Basengesöff runtergewürgt und den Geschmack mit dem noch ekelhafteren Teeansatz runtergespült. Danach bin ich mal nicht gleich ins Büro, sondern ins Studio gefahren und das ohne Kaffee, denn der ist die nächsten 3 Wochen ebenso gestrichen, wie jegliche Art von ungesunden Kohlehydraten.

Rauf auf die Plate und los. Gedreht hat es mich bei jeder Gleichgewichtsübung und nach den 15 intensiven Trainigungsminuten bin ich einfach am Boden liegen geblieben. Die Mädels waren lieb und haben mich mit Wasser und einem Eiweißshake erstversorgt. Ganz routiniert. Ich dürfte nicht das erste „Opfer“ sein.

Unter der Dusche ist es mir dann schon ein wenig besser gegangen und den gröbsten Unterzucker habe ich dann auch noch mit einem Apfel und einer Banane abgefedert. Also rein ins Auto und ab nach Wien. Stolz – trotz einer kleinen Schwäche durchgehalten zu haben. Hinten im Kofferraum eine Tupperdose mit leckerer selbstgekochter Krautsuppe. Besser als gar nichts und zu Hause stehen noch mindestens zwei Liter im Kühlschrank rum.

Und wisst ihr, was in einer solchen Phase passiert? Es werden nicht nur die Geschmacksnerven strapaziert, sondern auch der Geruchssinn. Muss gerade auf Höhe des ersten goldenen Ms in Richtung Wien ein Stau sein? Ich rieche durch die geschlossenen Autofenster Pommes und Burger, sehe vor meinen Augen mein Lieblingsessen – Shrimps mit Chilisauce – und habe ganz einfach den Geschmack im Mund und das Gefühl, es nicht mehr auszuhalten, ohne in solch ein schwammiges Teil rein beißen zu müssen.

Ich sehe die gesamte Palette an M-Produkten vor meinem inneren Auge und weiß schlagartig, wie lecker was schmeckt, natürlich angereichert mit Lockstoffen. Ich bin schon vom Kaffeeentzug geschwächt, aber trotzdessen dass ich eigentlich eine Aversion gegen die Systemgastronomie habe, fühle ich mich wie ein Junkie und ein innerer Drang sagt mir, dass ich beim nächsten goldenen M stehen bleiben muss.

Zum Glück hat sich der Stau bald aufgelöst und bei der nächten Versuchung bin ich flott vorbeigefahren. Jetzt gönne ich mir dann mein herrliches Supperl gewürzt mit Chili und Ingwer und am Nachmittag mache mit einen schwarzen Tee, damit meine Nerven auch etwas haben und ich hoffe, dass ich am Nachhauseweg auch so stark bin und mir nicht doch noch beim Schachtelwirt etwas hole.

Ich weiß auch nicht, warum das so ist, dass sich bei mir an Entschlackungstagen alles in meinem Gehirn um das Thema „Essen“ dreht. Ich hätte ja genug Fettreserven, aber irgendwas dürfte mit meinen Nerven da etwas nicht in Ordnung sein. Jetzt höre ich aber auf, denn ich rieche schon wieder das verbotene Zeug ….

…und das Bildchen habe ich auf br.de gefunden……..


Donnerstag, 02.02.2012, 08:29

Es gibt eine Zeit in meinem Leben, die ich nie vergessen werde, aber immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, aber dann genau in solchen Momenten, als ich die Aufforderung von JH gelesen habe und das Bildchen mit der Rose gesehen habe, ganz nach oben kommt. Etwas, das einem immer begleitet – auch wenn es etwas ist, das endgültig vorbei ist. Ich muss dafür weit zurückgreifen, in die späten 80iger Jahre, in meine Oberstufenschulzeit. Wir waren jung, voller Erwartungen, gierig auf das Leben und was uns die Zukunft bringen würde. Es wurde so richtig gefeiert und alles ausprobiert, was verboten war und ist. Einfach eine intensive Zeit – oft auch oberflächlich, aber auf jeden Fall sehr unbekümmert und ohne Konventionen, aber auch nicht perfekt.

Und eines Tages lag eine einzelne rote Rose auf meiner Schulbank. Natürlich haben alle Klassenkameraden gegrinst, getuschelt und waren neugierig und ich am meisten, denn ich hatte keine Ahnung, wer mein heimlicher Verehrer sein könnte. Nun es kamen einige Kandidaten in Frage, aber die hätten direkt etwas gesagt, aber so ein Zeichen vor allen anderen? Meine Freundinnen haben mich einem regelrechten Verhör unterzogen und wir haben jeden einzelnen Burschen aus meiner und den umliegenden Klassen „durchleuchtet“.

Es vergingen Tage und ich war noch immer ahnungslos und habe die Jungs, die sich mit mir unterhalten haben, genau beobachtet, ob sich einer irgendwie verrät und der heimliche Verehrer sein könnten. Nichts habe ich gecheckt. Auch nicht bei der zweiten Rose, die nach gut 3 Wochen neuerlich auf meinem Platz lag. Dieses Mal nicht in der Früh, sondern nach einer Freistunde. Jetzt ging die Grübelei erst richtig los. Alle Jungs aus meiner Umgebung kamen auf eine Liste und dann begann die Detektivarbeit: Wer war wann früh da, wer alleine in der Freistunde, wer könnte meinen Verehrer gesehen haben und hält nur dicht?

So verging wieder eine Zeitlang. Ich war voller Unruhe und Ungeduld, vor allem schmeichelt es einem Mädchen von 18 Jahren, begehrt zu sein. Und in dieser Zeit hatte ich auch keinen Bock auf irgendjemanden, sondern nur auf den Unbekannten, wer er auch immer sein würde. Es blieb mir nur, auf die nächste Rose oder ein Zeichen zu warten. In der Früh war ich immer schon vor allen anderen da und die Freistunden verbrachte ich auf meinem Platz, um ihn endlich zu enttarnen. Ich wundere mich noch heute darüber, dass sich meine Schulkameraden daraus keinen Scherz gemacht haben, so wie ich drauf war.

Trotz aller „Überwachung“ gab es eine dritte Rose, dieses Mal mit einem kleinen Zettelchen und drauf war ein Gedicht - ein Rätsel in handgeschriebener Druckschrift - , aber auch ein Zeichen dafür, dass der Verehrer schon langsam bereit war, das Risiko ein zu gehen, sich mir zu zeigen. Ich habe gegrübelt und studiert – eine Woche lang und dann ist es mir mitten in einer Unterrichtsstunde beim Blick auf die Tafel wie Schuppen von den Augen gefallen.

Der Schreiber drehte sich in diesem Moment um und unsere Blicken trafen sich und wir beide wussten, dass der jeweils andere wusste, dass das Geheimnis gelüftet worden war. Ein paar Augenblicke des Schocks. Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht mit meinem Chemielehrer, der nur ein paar Jahre älter als ich war. Derjenige, der von allen Mädels der ganzen Schule angehimmelt wurde und der so penibel bedacht war, nur ja nicht mit irgendeinem Mädel alleine reden zu müssen. Die ganze Stunde über war mein Blick von da an nur noch starr auf mein Buch oder Heft gerichtet, obwohl ich so alle paar Minuten seinen Blick auf mir gespürt habe. Das war mit Abstand meine längste Unterrichtsstunde, ever.

Hunderte Gedanken sind durch meinen Kopf gerast. Erst beim Läuten habe ich gewagt, meine Augen zu heben und habe ihm - unbemerkt von den anderen - mit einem kleinen Lächeln und einem Zwinkern meine „Entscheidung“ mitgeteilt. Wir waren ein paar Monate lang ein heimliches Liebespaar und waren schon am Pläneschmieden für die Zukunft. Doch das Leben schrieb für uns ein anderes Drehbuch. Er kam bei einem Motorradunfall ums Leben. Geblieben ist mir die Erinnerung an diese herrliche Zeit unserer Liebe und eine getrocknete Rose.


Mittwoch, 01.02.2012, 08:41

Ich gebe es zu, dass ich die sehr kalten Wintertage liebe. Endlich habe ich das Gefühl, dass wir wirklich Winter haben und nicht nur eine Verlängerung des Herbstes. Sicherlich wäre eine Schneedecke zu diesen tiefen Temperaturen optimal, aber man kann ja nicht alles haben.

Jetzt weiß ich auch, warum ich in meinem Kasten, wenn auch ganz hinten, dicke Socken, Wollstrumpfhosen, Schals und Handschuhe habe. Und endlich kann ich meine Webpelzplüschjacke tragen. Da habe ich in den letzten Wochen schon Schweißausbrüche bekommen, wenn ich sie nur angesehen habe. Vorgestern habe ich aus den Tiefen meiner Schuhschachteln auch die mit Innenpelz (natürlich kein echter) gefütterten Stiefelchen rausgeholt und sie entstaubt und aufgebürstet.

Hart ist es schon, wenn man aus dem Haus geht. Binnen Sekunden spürt man die Kälte auf der Haut, schmeckt und riecht die klare Luft und sieht nicht nur bei sich ausgeatmete Luft. Alle über Nacht draußen stehenden Autos sind mit Eis und Kristallen überzogen. Zum Glück steht meines in der Garage und ich muss nicht gleich am Morgen Eiskratzen. Gleich kann ich da auch nicht tief durchatmen, denn die Kälte schneidet ordentlich, aber die Luft fühlt sich einfach besser, gesunder an.

Und eines hat sich auch bestätigt, auch wenn man lange darauf warten musste, bis es kalt wurde, aber die Kälte ist gekommen. Warum sage ich das? Als Landei habe ich früher immer von meinen Großeltern gehört, dass wenn Katzen und Hunde schnell ein dichtes Fell bekommen, dann kommt ein strenger Winter. Im November ist mein Kuscheltiger innerhalb von einer Woche zu einem Wollknäuel mutiert und das hat mich bis Sonntag irritiert, denn von Kälte war bis dato nichts zu spüren. Aber es hat sich wieder mal wieder herausgestellt, dass alte Bauernweisheiten doch einen wahren Kern haben. Oder es ist so, dass man nur lange darauf warten muss, bis die Wahrscheinlichkeit eintritt.

Aber egal, es ist herrlich kalt und ich bin in meinem Element und was gibt es schöneres, als wenn man aus der Kälte zurück ins warme Haus kommt und sich wieder langsam aufwärmt, einen Tee trinkt und zu schätzen weiß, dass man in der glücklichen Lage ist, ein warmes Heim zu haben.